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Warum allen Würzburger Landesliga-Mannschaften der Abstieg droht

Main Post von Jürgen Sterzbach 29.10.2020

 

Vier der sechs letzten Mannschaften in der Tabelle der Landesliga Nordwest kommen aus Stadt und Landkreis Würzburg. Woran es derzeit im Würzburger Amateurfußball hapert.

Die letzte Gelegenheit, wenigstens ein Tor in diesem Jahr zu erzielen, fiel am vergangenen Wochenende aus: Für den TSV Lengfeld bleibt 2020 somit ein Jahr der Pleiten. Da aufgrund der Corona-Pandemie nur eingeschränkt gespielt wurde, trugen die Lengfelder zwar nur sechs Ligaspiele aus, verloren aber alle, ohne dabei ein Tor zu erzielen.

Ihr Trainer Michael Hochrein spricht von einer "Horrorsaison". Keiner habe gewusst und keiner wisse, wie es denn weitergeht. Es ist eine Runde offener Fragen: Termine, Pläne und Ansetzungen wurden in den vergangenen Monaten mehrfach über den Haufen geworfen. "Ich kann es schon verstehen, wenn einer keinen Bock mehr hat", sagt Hochrein ob der fehlenden Planbarkeit. Für einige habe der Fußball so an Bedeutung verloren.

Begeisterung ist verloren gegangen

Thomas Redelberger, Trainer vom TSV Unterpleichfeld, findet: "Sich wie bisher für Fußball zu begeistern, ist im Moment eher schwierig." Wenn die Corona-Sache einmal überstanden sei, werde für den gesamten Amateursport vieles davon abhängen, inwiefern die Verbände und Vereine genau diese Begeisterung wieder neu entfachen können.

Zwar steht Unterpleichfeld als Zehnter noch am besten da, gewinnen konnte die seit Juli wieder von Redelberger trainierte Mannschaft bei drei Versuchen in diesem Jahr aber auch nicht. Nach vier Monaten Pause sei es schwierig gewesen, wieder zu starten, sagt er. Durch die innerhalb kurzer Zeit auf einmal intensive Belastung hätten sich Spieler verletzt, in der Folge habe er oft wechseln müssen, so dass die Leistungen bis zuletzt schwankten.

Warum es bei den Würzburger Teams gerade so schlecht läuft, sei er schon häufiger gefragt worden, gibt Thomas Kaiser zu. Für den Trainer der TG Höchberg ist die Liga sehr ausgeglichen. "Viele Mannschaften befinden sich auf vergleichbarem Niveau, daher sehe ich es mehr oder weniger als Zufall an, dass so viele hinten reingerutscht sind." Tiefere Gründe habe das nicht. Für seine Höchberger führt er "zu viele Unentschieden" an.

Fast jeder Mannschaft fehlen Spieler

Kaiser gibt aber an, dass er einige Spieler weniger habe als noch zum Saisonbeginn im Juli 2019. Das ist als Fakt festzustellen: Oft fehlen Spieler, um einen für die Landesliga angemessenen Sportbetrieb zu organisieren. Neue kamen nicht, weil sich Vereine wegen der fehlenden Einnahmen beschränkten oder weil für den Sommer geplante Wechsel platzten, da die Saison über ihr ursprüngliches Ende hinaus um ein Jahr verlängert worden war.

An manchem Spieltag habe er "Probleme gehabt, elf Mann zusammenzukriegen", berichtet Hochrein. Das sportliche Abschneiden möchte er aber "nicht nur auf Corona schieben". Es seien auch "einfach schlechte Spiele" darunter gewesen, die sich inzwischen auf sechs Niederlagen in Folge summierten. "So ein Negativlauf steckt in den Köpfen, und schon haben wir ein weiteres Problem", sagt der Lengfelder Trainer.

Vereine nehmen sich Spieler weg

"Bei jedem Verein liegen die Probleme wohl etwas anders", fasst Marcel Heck, der den ASV Rimpar trainiert, zusammen. Die Rimparer hätten "den Haufen gut zusammengehalten". Der Tabellenplatz seiner Mannschaft, sie ist Letzter, erklärt er damit, in "vielen knappen Spielen" nicht gepunktet zu haben. "Ansonsten ist bei uns wirklich alles intakt."

Ein Grund, dass es bald weniger Landesligisten rund um Würzburg geben könnte, ist keine Folge der von Corona aufgesplitteten Saison: "Wir nehmen uns die guten Spieler gegenseitig weg", sagt Heck. Kaiser belegt das: "Wenn ich einen in der Kreisliga herausragenden Spieler anrufe, kann ich sicher sein, dass sich auch die anderen bei ihm melden." Die Turngemeinde gehe nun einen anderen Weg: Zuletzt hätten fünf Höchberger in der Anfangself gestanden.

Laut Engert gibt es zwar "genügend Spieler, die das Zeug hätten, in der Landesliga zu spielen, aber viele wollen halt nicht mehr machen". Einen solchen Trend erkennt auch Heck: "Der Aufwand, den du betreiben musst, bis ein Spieler tatsächlich zu dir wechselt, ist immens hoch. Manchmal kommt es mir vor, dass du fast darum 'betteln' musst."

Keiner weiß, wie es weitergeht

Wie es nach der nächsten, wohl wieder monatelangen Unterbrechung weitergeht, wagt noch keiner vorherzusagen. "Den Amateursport zu streichen, ist natürlich im Zusammenhang, da Gaststätten und Kneipen schließen müssen, stimmig. Aber die Mitspieler zu sehen und gemeinsam zu trainieren, das war schon ein Stück an Normalität", findet Heck.

Für Redelberger ist es schon seit der ersten Pause "nicht mehr der gleiche Wettbewerb. Das hat bis auf die Punktzahl doch nichts miteinander zu tun". Aber die entscheidet am Ende.

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Der TSV Unterpleichfeld, trainiert von Thomas Redelberger (seit Juli 2020), spielt die 4. Saison in der Landesliga. Aktuell erfolgreichster Torschütze: Pascal Kamolz, 10 Tore. Bilanz im Jahr 2020: 3 Spiele, 1 Punkt.
Die TG Höchberg, trainiert von Thomas Kaiser (seit Juli 2016), spielt die 6. Saison in der Landesliga. Aktuell erfolgreichster Torschütze: Sven Burkard, 7 Tore. Bilanz im Jahr 2020: 3 Spiele, 1 Punkt.
Der TSV Kleinrinderfeld, trainiert von Manuel Jäger und Benedikt Engert (seit Oktober 2020), spielt die 7. Saison in der Landesliga. Aktuell erfolgreichster Torschütze: Sandro Kramosch, 15 Tore. Bilanz im Jahr 2020: 5 Spiele, 1 Punkt.
Der TSV Lengfeld, trainiert von Michael Hochrein (seit August 2013), spielt die 3. Saison in der Landesliga. Aktuell erfolgreichste Torschützen: Tim Hänling, Dominik Tkalec, 6 Tore. Bilanz 2020: 6 Spiele, 0 Punkte.

 

 

Der Keller-Check: Enger Sechskampf um den Klassenerhalt

von FuPa.net

Landesliga Nordwest: Die Kontrahenten und ihre Ausgangslage in der Analyse

Fünf Plätze trennen TG Höchberg (13.) und Tabellenschlusslicht ASV Rimpar (18.) voneinander - dabei liegen aber nur zwei Punkte zwischen beiden! Der Abstiegskampf in der Landesliga Nordwest bringt Spannung mit sich: Derzeit vor allem sechs Teams werden im Saison-Schlussspurt im Frühjahr wohl um einen Nichtabstiegsplatz kämpfen. Dahinter bleiben nur drei Relegationsplätze sowie zwei Direktabstiegsränge. Wie ist aber die Ausgangslage der einzelnen Kontrahenten? FuPa macht den Keller-Check...

TG Höchberg – 13. Rang – 27 Punkte
Nur zwei Punkte vor Schlusslicht Rimpar - und doch steht Höchberg über dem Strich! „Für den Kopf ist das sicher kein Nachteil, auf einem Nichtabstiegsplatz zu überwintern“, meint Patrick Jägle, der stellvertretende Vorstand Sport, zur Ausgangslage. Die Form von Höchberg ist hingegen schwer zu bewerten: 2020 absolvierte die TG drei Ligaspiele (Ein Remis, zwei Niederlagen). 25 Partien – und damit unter der Konkurrenz im Tabellenkeller die wenigsten – hat die Kaiser-Elf damit erst hinter sich, dafür aber auch noch ein strammes Programm vor der Brust! Drei Teams der Top 4 (Friesen, Haibach, Memmelsdorf) und drei Keller-Konkurrenten (Rimpar, Lengfeld, Coburg) warten auf die Kracken. „Da kann jeder jeden schlagen! Unser Team ist jung, hungrig und freut sich darauf“, blickt Patrick Jägle voraus.

FC Coburg – 14. Rang – 27 Punkte
Genau einen Punkt pro Spiel hat Coburg bislang im Durchschnitt geholt: Mit 27 Zählern nach 27 Partien steht der FC auf dem ersten Relegationsplatz. „Unser Ziel ist es, diese Region zu verlassen! Mit Unentschieden wird man aber nicht weit kommen“, erklärt Trainer Lars Müller. Sein Team holte nach dem Re-Start sieben Punkte aus vier Spielen, verlor gegen Röllbach (17.) aber 1:4. „Gegen die direkten Konkurrenten wären Siege enorm wichtig“, schildert Coach Müller mit Blick auf die restlichen Partien. Da trifft Coburg auf die Kontrahenten Rimpar (18.) und Höchberg (13.), aber auch auf alle Top 4-Teams der Liga! „Das ist ein schweres Restprogramm im Frühjahr! Einige Verletzte werden bis dahin aber wieder einsatzbereit und das komplette Team topfit sein“, glaubt der Trainer an seine Jungs.

TSV Kleinrinderfeld – 15. Rang – 27 Punkte
63 Gegentore hat Kleinrinderfeld in 26 Partien kassiert – Höchstwert im Tabellenkeller. „Bislang haben wir zu viele Gegentore bekommen. Das liegt auch daran, dass wir uns einige Male zu früh aufgegeben haben“, erklärt Interimstrainer Benedikt Engert. Bestes Beispiel: Die 0:11-Pleite gegen Vatan Spor Aschaffenburg. Allgemein lief es nach dem Re-Start für den TSV mit einem Punkt aus fünf Spielen dürftig – allerdings waren unter den Gegnern die vier bestplatzierten Teams der Liga. Mit Blick aufs Restprogramm sagt Coach Engert deshalb: „Natürlich ist es kein Nachteil, die Spiele gegen die Top-Teams absolviert zu haben. Dennoch kämpfen auch die restlichen Mannschaften um jeden Punkt und es wird nicht einfacher.“

TSV Lengfeld – 16. Rang – 26 Punkte
Sechs Spiele, sechs Pleiten und kein einziges Tor: Die Bilanz der Lengfelder nach dem Re-Start fällt ernüchternd aus. Das Programm hatte es aber in sich: Vier der Partien waren gegen Teams der aktuellen Top 5 der Liga. Dennoch stellt der TSV die schwächste Offensive (29 Tore). „Wir hoffen, dass Rückkehrer wie etwa Krebelder und Vollmer unsere Offensive in den restlichen Spielen wiederbeleben“, schildert Rudolf Kerl, Lengfelds Sportleiter Fußball. Mit Höchberg, Kleinrinderfeld und Röllbach hat die Hochrein-Elf gleich drei Partien gegen direkte Konkurrenten im Restprogramm vor sich. „Auf dem Papier sind diese Teams nicht mit den Gegnern der letzten Wochen zu vergleichen“, blickt Kerl positiv auf das spannende Restprogramm und geht davon aus, dass Lengfeld dabei die notwenigen Punkte holt.

TuS Röllbach – 17. Rang – 26 Punkte
Die Ausgangssituation für Röllbach war vor dem Re-Start nicht leicht: Tabellenschlusslicht, Rückstand und ein schweres Programm vor der Brust. In den fünf Liga-Spielen unter dem neuen Trainerteam Simon Goldhammer/Michael Ball blieb der TuS aber ungeschlagen und holte neun Punkte! „Wir haben den Anschluss wiederhergestellt. Vor allem der Derby-Sieg gegen Haibach gibt Rückenwind“, so Simon Goldhammer. Für seine Elf geht es unter anderem noch gegen Tabellenführer Vatan Spor sowie gegen Konkurrent Lengfeld. „Die letzten Spiele geben uns Selbstvertrauen, aber wir bleiben bescheiden. Das Restprogramm ist anspruchsvoll und es wird ein spannender Kampf um den Klassenerhalt, an dem wir uns bis zum Schluss beteiligen möchten.“

ASV Rimpar – 18. Rang – 25 Punkte
Unter den Kellerteams hat Rimpar die zweitmeisten Treffer erzielt (37) und die zweitwenigsten Gegentore kassiert (48) – und doch ist der ASV das Schlusslicht. „Wir haben oft knapp verloren. Da schaut die Torbilanz nicht so übel aus“, erklärt Trainer Marcel Heck. 15 Niederlagen musste seine Elf hinnehmen - Höchstwert mit Lengfeld und Kleinrinderfeld! Trotzdem trennen Rimpar nur zwei Punkte vom 13. Rang. In den verbleibenden Partien warten auf das Heck-Team mit Haibach und Aschaffenburg unter anderem zwei Aufstiegsaspiranten, mit Coburg und Höchberg sind auch zwei direkte Konkurrenten Teil des Restprogramms. „Wir können mit jedem Gegner mithalten! Wenn sich das Spielglück noch ausgleicht, werden wir die nötigen Punkte holen“, gibt sich der Trainer optimistisch.

Quelle: Main Post

Die Landesligisten aus der Region sehnen den Re-Start herbei. In Unterpleichfeld, Kleinrinderfeld und Rimpar hat sich auf den Trainerbänken einiges getan.

 

Benedikt Engert ist nun Assistent in Kleinrinderfeld

Es ist klar zu spüren, dass die Jungs richtig Bock auf Fußball haben."

So ähnlich sieht es auch Peter Engert, Sportleiter beim TSV Kleinrinderfeld: "Es wird Zeit, dass es wieder losgeht." Dann allerdings ohne Magnus Rentzsch. Der TSV-Co-Trainer ist nach Veitshöchheim abgewandert, seinen Posten übernimmt künftig B-Schein-Inhaber Benedikt Engert. Das alles natürlich vor leeren Zuschauerrängen, "auch wenn sich die Leute nebenan an den Badeseen tummeln dürfen", kritisiert Engert die "Unverhältnismäßigkeit".

 

Quelle: Main Post

TSV Kleinrinderfeld gibt aufstrebendem Trainer eine Chance

Wer Tobias Jäger ab Sommer beim Fußball-Landesligisten beerbt und warum der Neue Sportleiter Peter Engert überzeugt hat.

Von Natalie Greß Main Post 17.02.2020

Der TSV Kleinrinderfeld hat einen Nachfolger für seinen scheidenden Trainer Tobias Jäger gefunden. Alexander Münz übernimmt zur neuen Saison die Verantwortung beim Fußball-Landesligisten. Das gab der Verein am Montag gegenüber dieser Redaktion bekannt. Münz lebt in Ochsenfurt, ist 46 Jahre alt, Berufssoldat und derzeit im dritten Jahr Coach beim Kreisklassisten TSV Viktoria Homburg.

"Wir haben Gespräche mit mehreren Kandidaten geführt", erklärt Kleinrinderfelds Sportleiter Peter Engert auf Nachfrage. "Die Bewerbung von Alexander Münz war am aussagekräftigsten, sein fachliches Denken und seine Trainingsidee haben mir sehr gut gefallen und mich überzeugt." Grundsätzlich habe er selbst "ein Faible dafür, Neues auszuprobieren", so Engert.

TSV muss mehrere Abgänge ersetzen

Das Risiko, dass der Neue bislang keine höherklassige Trainererfahrung hat, hält der Sportleiter für überschaubar. "Dafür hat er die B- und die DFB-Elite-Jugend-Lizenz. Und er will auch noch den A-Schein machen. Das zeigt seine Motivation und seinen Ehrgeiz", sagt Engert. Er findet: "Man muss auch aufstrebenden Trainern eine Chance geben." Zwar sei die Landesliga "nicht vergleichbar mit dem Niveau in der Kreisliga oder -klasse", aber es gebe eben auch nicht viele etablierte Landesliga-Trainer in der Region.

Münz zeige bereits jetzt ausgeprägtes "Engagement bei Suche nach jungem, hungrigem Nachwuchs" und der Zusammenstellung des Kaders für die kommenden Saison. Der TSV muss mehrere Spieler ersetzten, unter anderem stehen als Abgänge Sinan Bilgin, Oliver Pfeuffer, Dominik Szabo und Magnus Rentzsch bereits fest.

Tobias Jäger hatte seinen Abschied aus Kleinrinderfeld nach zwei Jahren bereits Ende Januar angekündigt. Er wird sich beruflich verändern und laut Engert erst mal eine fußballerische Pause einlegen.

Yoga

Kevin Engert

Zur Homepage: www.ananda-life.de