Hallenturniere 2014/15

Hallenfußball

Alter Hallenfußball mit neuen Regeln

Der TSV Kleinrinderfeld gewinnt das Rimparer Silvesterturnier im Finale gegen den Gastgeber

Der Uhrzeiger tickte schon langsam in Richtung Mitternacht, als Kleinrinderfelds Co-Trainer Ralf Scherbaum im Foyer der Rimparer Dreifachsporthalle die Glückwünsche seines Chefs entgegennahm. TSV-Trainer Harald Funsch hatte den 3:1-Finalsieg seines Teams gegen den ASV Rimpar zwar von der Tribüne aus verfolgt. Die Anweisungen an der Bande hatte er aber Scherbaum überlassen. Der hat bei diesem Turnier schließlich auch reichlich Erfahrung. Dreimal hat Scherbaum in Rimpar gewonnen. „Einmal als Spieler mit dem WFV und als Trainer mit zwei verschiedenen Vereinen. Das muss mir erstmal einer nachmachen“, sagte er und lachte. Als er einst einmal als Co-Trainer des Würzburger FV den damaligen Chefcoach Michael Hochrein vertrat, siegte sein Team auch prompt. Dass ihm der Kick in der Dreifachsporthalle zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel stets besonderen Spaß bereitet, daraus macht Scherbaum keinen Hehl. „Ich hoffe dieses Turnier gibt es so noch länger“, sagt er.

Und mit so meint er eben genauso, mit einer Bande, mit einem richtigen Fußball und ohne diese Futsal-Regeln, die so glaubt Scherbaum, das Spiel nur verkomplizieren. „Ich bin kein Freund des Futsal“, sagt er. Der TSV Kleinrinderfeld nimmt an der Hallen-Kreismeisterschaft nicht teil. Scherbaum ist am Montagabend in Rimpar mit seiner Meinung nicht alleine. Auch Patrick Sträßer und Stefan Johannes die Übungsleiter des unterlegenen Finalgegners ASV Rimpar, der seinen Heimsieg aus dem Vorjahr diesmal nicht wiederholen konnte, hielten hernach ein Plädoyer für den „alten“ Hallenfußball. „Es macht wenig Sinn, im Winter einen völlig anderen Sport zu betreiben, als auf dem Rasen“, so Johannes. Gute Argumente für den Hallenfußball hatten freilich auch die Teams geliefert. Flott und gut anzuschauen waren viele Spiele an diesem Abend gewesen.

Dabei hatte der Bayerische Fußballverband die Regeln für Hallenturniere alter Prägung vor diesem Winter noch einmal geändert. Und das obwohl offizielle Meisterschaften doch eh alle im Futsal ausgespielt werden und nur bei so genannten Privatturnieren das erneuerte Regelwerk zur Anwendung kommt. So wurde in Rimpar der Ball, wenn er denn über die Bande ins Seitenaus flog nicht mehr eingerollt, sondern mit dem Fuß ins Spiel gebracht. Der Torhüter darf den Ball fortan mit der Hand über die Mittellinie befördern und Freistöße dürfen stets auch direkt ausgeführt werden. Alles Anleihen aus dem Futsal. „Dagegen ist an sich nichts zu sagen“, so Scherbaum: „Es ist doch gut die Regeln zu modifizieren.“

Er hatte letztlich gut lachen. Sein Team war an diesem Abend nämlich auch der vollauf verdiente Gewinner des Siegerschecks in Höhe von 300 Euro. „Wir haben ein gutes Turnier gespielt“, fand Scherbaum, dessen Mannschaft mit einem taktischen Kniff die Gegner übertrumpfte: Torhüter Marco Reidelbach agierte bei Ballbesitz als fünfter Feldspieler weit vor dem Tor, das brachte viele Überzahlsituationen und ein deutliches Plus an Ballbesitz. Da nutzte es Rimpar im Finale auch nichts, dass es mit Philipp Löw einen der beiden Torschützenkönige des Turniers in seinen Reihen hatte. Löw und Yannick Sprenger (FT Schweinfurt) erzielten jeweils vier Treffer.

Am Ende waren die Gastgeber aber so oder so zufrieden, auch wenn die erhofften 700 Zuschauer, wohl auch wegen der winterlichen Straßenverhältnisse, nicht gekommen waren. Rund 650 Besucher füllten die Halle trotzdem ganz ordentlich. „Es war ein gutes Turnier“, fand ASV-Organisationsleiter Peter Sträßer.

Das Turnier in der Statistik

Vorrunde

Gruppe A

TSV Unterpleichfeld – TG Höchberg 3:3
TSV Kleinrinderfeld – FT Schweinfurt 3:1
TSV Kleinrinderfeld – TSV Unterpleichfeld 1:1
FT Schweinfurt – TG Höchberg 1:2
TSV Unterpleichfeld – FT Schweinfurt 2:3
TG Höchberg – TSV Kleinrinderfeld 2:3


1. TSV Kleinrinderfeld 7:4 Tore/7 Punkte
2. TG Höchberg 7:7/4
3. FT Schweinfurt 5:7/3
4. TSV Unterpleichfeld 6:7/2

Gruppe B

TSV Güntersleben – ASV Rimpar 1:1
TSV Karlburg – FC Blau-Weiß Leinach 0:2
TSV Karlburg – TSV Güntersleben 1:3
FC Blau-Weiß Leinach – ASV Rimpar 0:3
TSV Güntersleben – FC Blau-Weiß Leinach 3:3
ASV Rimpar – TSV Karlburg 3:1


1. ASV Rimpar 7:2/7
2. TSV Güntersleben 7:5/4
3. FC Blau-Weiß Leinach 5:6/4
4. TSV Karlburg 1:8/0

Endrunde

Halbfinale

TSV Kleinrinderfeld – TSV Güntersleben 2:1
ASV Rimpar – TG Höchberg 3:0

Spiel um Platz sieben

TSV Unterpleichfeld – TSV Karlburg 4:3

Spiel um Platz fünf

FT Schweinfurt – FC Blau-Weiß Leinach 3:1

Spiel um Platz drei

TSV Güntersleben – TSG Höchberg 0:3

Finale

TSV Kleinrinderfeld – ASV Rimpar 3:1

Obi-Master-Cup in Königshofen (Preisgeld insgesamt 2000 Euro)

Gruppe A

1. Würzburger FV 9:1Tore/12 Punkte
2. TSV Buchen 9:7/6
3. SV Königshofen 9:8/6
4. TSV Oberwittstadt 5:7/3
5. SV Anadolu 2:11/3

Gruppe B

1. TSV Kleinrinderfeld 9:5/10
2. FV Lauda 10:5/9
3. SV Wachbach 6:7/5
4. SV Viktoria Wertheim 8:8/4
5. FCS 06 Koenigshoffen 5:13/0

Viertelfinale

Würzburger FV – SV Viktoria Wertheim 1:2
TSV Kleinrinderfeld – TSV Oberwittstadt 2:1
TSV Buchen – SV Wachbach 2:0
FV Lauda – SV Königshofen 0:2

Halbfinale

SV Viktoria Wertheim – TSV Buchen 2:1
TSV Kleinrinderfeld – SV Königshofen 0:3 n. V.

Achtmeterschießen um Platz drei

TSV Kleinrinderfeld – TSV Buchen 3:2

Finale

SV Viktoria Wertheim – SV Königshofen 3:0 n. A.

Sa. 21.10.17 um 16 Uhr

gegen TG Höchberg

So.05.11.17 um 14 Uhr gegen ESV Ansbach-Eyb